Leishmaniose

Leishmanien sind Einzeller, die sich vor allem in den Blut und Lymphzellen (Retikulozyten) vermehren. L. donovani gilt als Erreger der viszeralen Leishmaniose (viszeral = die Eingeweise betreffend), während L. tropica sich für die kutane Leishmaniose (Hautleishmaniose) verantwortlich zeichnet. Gemäß ihrer äußeren Form und  Struktur sind beide Arten nicht zu unterscheiden. Die Verbreitung erstreckt sich auf tropische und subtropische Gebiete einschließlich der Mittelmeerländer. Phlebotomen sind Überträger der Erreger. 

Inkubationszeit:  mehrere Wochen bis Monate

Krankheitsverlauf:  Leicht vorhandene Formen können zu Anfang häufig unbemerkt bleiben. Die viszerale Form, welche primär die inneren Organe betrifft liegt bei uns in Europa immer vor; auch dann, wenn sich die offensichtlichen Symptome über juckende oder auch nicht juckende Hautveränderungen mit Krusten- und Knötchen, Haarausfall und Pigmentierungsstörungen im Bereich der Augen (Brillenbildung), Ohrmuscheln, Lidrändern und Nasenspiegel zeigt. Obwohl die Hautveränderungen vor allem auf die Extremitäten beschränkt sind, können sie auch auf andere Teile des Körpers übergreifen und ähnliche Symptome hervorrufen. Oft entstehen Entzündungen im Bereich der Krallen, mit Geschwürbildungen zwischen den Zehen und übermäßigem Krallenwachstum. Fieberschübe, Anämien, Schmerzen im Bereich der Bauchregion (durch Milz- und Leberschwellungen) können weitere Symptome sein. Alles in allem ist die Symptomatik sehr unspezifisch und unterscheidet sich von Hund zu Hund. U. a. werden Gewichtsverlust trotz anhaltenden Appetits, verstärktes Harnvolumen, vermehrte Flüssigkeitsaufnahme und vermehrtes Erbrechen ebenso beschrieben wie die bereits o. g. Hautveränderungen, vermehrtes Krallenwachstum etc.. Bei abnehmender körperlicher Aktivität kann es zu Bewegungsstörungen, Nervenschmerzen und Gelenkentzündungen kommen. Polymyositis (eine Autoimmunkrankheit die sich auf die Muskulatur auswirkt), Auflösung des Knochengewebes, Rückbildung der Muskeln und Knochenhautentzündungen können weitere Anzeichen sein. Die Körpertemperatur schwankt zwar, bewegt sich aber im Normbereich.

Diagnose: Durch den Tierarzt!!! Es gibt mehrere Testmethoden; vom Antikörper-Titer-, ELISA-Test bis hin zum Direktnachweis durch ein Lymphknoten- oder Knochenmarkspunktat; letzteres kann man dem Hund sehr häufig ersparen.

Wir lassen unsere Hunde bei dem Verein Parasitus Ex testen und empfehlen dies auch unseren Hundehaltern, wenn sie ihren Schützling nach 6 Monaten Aufenthalt in Deutschland zur Kontrolle nachtesten lassen - bitte informieren Sie sich hierüber weiter, indem Sie auf das nachfolgende Banner klicken:

Therapie: Die Behandlung sollte immer mit einem erfahrenen Tierarzt abgestimmt werden. Es gibt verschiedene Therapievarianten; häufig finden folgende Medikamente als Einzelmedikament oder auch in Kombination Anwendung:

Glucantime, Pentostam, Levamisol, Allopurinol  

Prophylaxe: 

Bitte bedenken Sie, dass die so genannten "Mittelmeerkrankheiten" nicht nur bei Hunden aus dem Ausland vorkommen, sondern auch IHR evtl. bereits vorhandener Hund sich UNGESCHÜTZT auf Reisen (oder auch in Deutschland, falls die Krankheit dort bereits Einzug gehalten hat!) infizieren kann - sorgen Sie aus diesem Grund vor!

SCALIBOR-Halsband oder Shampoo von der Fa. Intervet

Spot-On-Präparate: ExSpot oder Advantix

Ansteckungsgefahr und Übertragbarkeit:

Ein paar Sätze nun noch zur Übertragbarkeit der Leishmaniose, denn es gehen die wildesten Gerüchte diesbezüglich durch das Internet. Dort ist die Sprache von Übertragbarkeit durch Hundebisse, Übertragbarkeit durch Blut, Einschleppen von Seuchen nach Deutschland etc. pp.:

Die Leishmaniose ist eine Krankheit, die sowohl Menschen als auch Tiere (nicht nur Hunde!) befällt. Zur Übertragung ist lt. derzeitigem wissenschaftlichen Stand die SANDMÜCKE unabdingbar nötig, was wiederum heißt, dass sich der Mensch nicht am Hund und umgekehrt anstecken kann – es besteht ein winzig-kleines Restrisiko wenn ein Leishmaniose-Hund offene Ekzeme hat (in deren Wundsekret – ABER NICHT IM BLUT! – können sich Leishmanien befinden) und das Wundsekret somit THEORETISCH infektiös ist und dieses DIREKT in das Blut oder eine offene Wunde des Menschen oder anderer Tiere gelangt. Bisher gibt es KEINEN EINZIGEN nachgewiesenen Fall einer solchen Übertragung. Selbstverständlich wird man aber - wie es auch bei einem gesunden Hund selbstverständlich sein sollte - wenn dieser offene Wunden hat, als Mensch die größtmögliche Hygiene walten lassen! Unter diesen Voraussetzungen tendiert die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung GEGEN NULL!!!

An der Luft können Leishmanien nicht überleben. Sollte also Wundsekret vom Hund an Möbel gelangen oder den Boden verunreinigen, ist die Infektionsgefahr spätestens dann gebannt, wenn das Sekret angetrocknet ist.

Bei Kontakt mit frischem Blut des Hundes besteht kein Infektionsrisiko, da im frischen Blut  seltenst Leishmanien enthalten sind. Lediglich bei HIV-infizierten Menschen, die gleichzeitig Leishmaniose haben, ist bisher der Nachweis von Leishmanien im Blut gelungen.

Auch durch Hundebisse kann Leishmaniose nicht übertragen werden, da sich im Speichel keine Leishmanien befinden. Kot, Urin und andere Körperausscheidungen enthalten ebenfalls keine Leishmanien, eine Übertragung ist also dadurch nicht möglich. Ebenso wenig durch die „Luft“ oder die so genannte „Tröpfcheninfektion“.

Theoretisch wäre eine Übertragung beim Deckakt denkbar, dazu liegen allerdings derzeit keine Untersuchungen vor.

Eine Übertragung durch die Plazenta im Mutterleib der tragenden Hündin ist bekannt, diese erfolgt jedoch nicht immer. In einem Wurf einer infizierten Hündin kann es infizierte und auch nicht infizierte Welpen geben. Manche Welpen weisen einen Antikörpertiter auf, ohne dabei jedoch selbst infiziert zu sein. Der Titer geht in solchen Fällen innerhalb des ersten Lebensjahres zurück.

Aber wie bereits oben beschrieben: Direkte Übertragungen von Tier zu Tier oder Tier zu Mensch wurden bisher nicht nachgewiesen, eine Panikmache oder Angst vor infizierten Hunden ist also völlig fehl am Platze!

Selbstredend stehen wir Ihnen auch nach Übernahme eines Hundes - der positiv getestet wurde oder auch gesund ist und später trotz allem einen Titer aufweist - jederzeit mit Rat und Tat zur Seite!

Weitere Informationen finden Sie, wenn Sie diesen Links folgen:

Sehr empfehlenswert ist auch nachfolgendes Forum, in welchem nicht nur betroffene Hundehalter Rat und Hilfe finden, sondern sich auch Interessierte informieren können (Lesen und Schreiben ist für jeden Besucher im Gästebereich möglich, Zugriff auf den Mitgliederbereich erhält man durch einen kurzen KOSTENLOSEN Registrierungsvorgang)!

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