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Nachdem wir
ihn während des gesamten Urlaubs immer wieder sahen und er uns nicht
mehr aus dem Kopf ging, versuchten wir mit dem (von dem Welpen
selbsterwählten) Frauchen im Jeansladen ins Gespräch zu kommen...
nicht ganz leicht, da Thai sehr schlecht die englische Sprache
verstehen und sprechen (beim Lesen und Schreiben von Englisch gibt
es übrigens keinerlei Probleme).
Wir verständigten
uns mit Händen und Füßen und erfuhren, dass sie den Hund hatte
impfen und entwurmen lassen und auch jeden Tag baden würde, weil er
schließlich immer in ihren Laden kam und ansonsten doch Ungeziefer
und Dreck einschleppen würde und fragte auf direktem Weg, ob wir den
Hund nicht haben wollen.
Da standen
mein Mann und ich und schauten uns gegenseitig verblüfft an, da ein
Hund das letzte war an das wir in unserem Urlaub gedacht hatten...
Sie meinte, dass es der Hund doch besser bei uns haben würde als in
Thailand, wo es doch so viele gibt und die auch immer wieder
vergiftet werden würden. |
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Wir wussten gar
nicht was wir sagen sollten und verabschiedeten uns mit der Ausrede,
dass wir darüber nachdenken müssten.
Mittlerweile
standen wir auch schon kurz vor unserer Abreise nach Deutschland und
hatten noch 4 Tage uns das zu überlegen. Am selben Tag besuchten wir
auch noch Brigitte, eine Deutsche, die vor Ort das
Dog Rescue Center
Samui leitet – eine Tierklinik für die ca. 5600 streunenden
Hunde vor Ort (die Insel hat übrigens einen Durchmesser von ca. 50
qkm). Wir unterhielten uns lange mit ihr über das Projekt vor Ort
und kamen schließlich auf den kleinen Bären zu sprechen: Brigitte
erklärte uns, dass die Zukunftsaussichten von Welpen auf der Insel
nicht die besten wären, da die Reviere zwischen den Althunden
bereits aufgeteilt wären und die Junghunde verjagt würden, da sie
nur Nahrungskonkurrenten wären. Und eine Nische zu finden, in der
die Welpen überleben könnten wäre nicht leicht. |
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Der damals im
DRCS tätige Tierarzt, Dr. Somsak kannte den Welpen durch die Impfung
die er durchgeführt hatte und erzählte uns, dass der Kleine wohl
bereits mit 6 Wochen von seiner Mutter und den restlichen
Geschwistern getrennt worden sei und seitdem sich selbst
durchbringen musste (was ihm mit seiner Jeansladen-Strategie auch
prächtig gelungen war).
Nach langem
Reden und Erzählen fuhren mein Mann und ich wieder in unser
Hotel.... es folgte Schweigen. Am Abend gingen wir zum Essen und
überlegten hin und her... wir kamen zu keinem eindeutigen Ergebnis:
Was sollten wir tun, wenn er sich nicht mit unseren bereits
vorhandenen 8 Katzen verstehen würde? Was, wenn ich meinen
Arbeitsplatz wechseln würde und ihn dann nicht mehr mitnehmen
könnte? Wie würden wir in Zukunft MIT Hund leben? Was wäre, wenn er
krank wäre (siehe die verschiedenen Krankheiten, von denen Hunde im
Ausland häufig befallen werden)? Alles Fragen die wir nicht spontan
beantworten konnten. |
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Am nächsten
Morgen hatten wir alles geklärt: Sollten die Katzen meutern, würde
der Hund bei meiner Omi unterkommen (sie ließ sich am Telefon
breitschlagen im absoluten Notfall wieder einen Hund aufzunehmen),
die Arbeitsplatzfrage müsse man dann lösen, wenn sie eintreten
würde, den Tagesablauf muss man anders gestalten und wenn der Hund
eine der gefürchteten Krankheiten haben sollte, dann müsste er eben
behandelt werden. PUNKT: Es stand fest, Bärchen kommt mit uns nach
Hause.
Noch drei Tage bis zum Abflug:
Wir gingen zuerst zu dem Mädchen im Jeansladen und sagten wir, dass
wir den Hund nehmen würden (selbstverständlich wollten wir auch die
Unkosten der jungen Dame übernehmen), aber den Impfpass sehen
müssten... Sie zeigte uns den Impfpass und war sichtlich froh, dass
wir den Hund haben wollten – sie hatte ihn auch schon anderen
Touristen angeboten. |
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Wir verabredeten mit ihr, dass
der Bär bei ihr bleiben sollte und wir ihn einen Tag vor Abflug zum
Tierarzt bringen würden, damit er ihn nochmals untersuchte und ihn
dann zurückbringen und erst am Abflugtag abholen würden. Gesagt
getan.
Nun kümmerten wir uns um ein
geeigentes Transportbehältnis: Wir nahmen letztlich einen
Picknickkorb aus Plastik mit Löchern rundherum, da es keinen anderen
Transportbehälter gab. Anschließend buchten wir den Welpen bei der
Lufthansa ein, mit 3,5 kg durfte er mit an Board. Die Untersuchung
beim Tierarzt blieb ergebnislos, der Hund war in Ordnung –ein
leichtes Sedativum und am Abflugtag ging´s dann los: Im Gepäck als
Urlaubsandenken ein Hund ohne Namen....
Von Koh Samui nach Bangkok,
umsteigen und von Bangkok nach Frankfurt am Main.... insgesamt waren
wir über 15 Stunden im Flugzeug unterwegs (mit Zwischenlandung) und
der Kleine war ein absolutes Goldstück – nur wollte er nicht pieseln...
Auch auf den 5 Stunden Bahnfahrt nach Hause: Keine einzige Pfütze... |
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Wir machten uns Sorgen und
fuhren nach unserer Ankunft sofort zur Tierklinik: Vor die Tür
machte das Bärchen einen riesen See! Aber nachdem wir schon mal da
waren, haben wir den Kleinen auch hier noch mal checken lassen:
Inklusive Blutentnahme um Leishmaniose und Dirofilariose
auszuschließen. Soweit OK laut Tierarzt.
Mit den Katzen ging es gut, hinterher jagen
wurde unterbunden und nach kurzer Zeit waren die „anderen 4Beiner“
akzeptierte Freunde! .
Die Tests auf Leishmaniose und Herzwurm haben
wir noch zweimal wiederholt im Abstand von jeweils 3 Monaten und
konnten uns dann sicher sein, dass BÄR wie er mittlerweile heißt,
gesund ist. Der Name, den wir ihm anfangs verpassten stellte sich
aufgrund seiner grummeligen Tonlagen als passend heraus. |
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Alles in allem wollten wir
bereits nach kürzester Zeit diesen Hund nicht mehr missen. Für uns
ist er Goldstück, wenngleich man nicht vergessen darf, dass er einen
ausgeprägten Jagdtrieb besitzt, in einigen Dingen seeehr asiatisch
(was heißt mit einer stoischen Ruhe ausgestattet) ist, und auch
nicht der gängigen Vorstellung eines Hundes entspricht, der
leichtführig und lernbegierig ist. In vielen Dingen ist er sicher
mehr „Hund“ als seine europäischen Kumpels – stammt er doch von
Hunden ab, die im wesentlichen sich selbst überlassen sind und weder
mit dem Menschen leben, sondern bestenfalls neben diesem her; was
nicht anderes heißt, als dass die Hunde von des Menschen Abfällen
profitieren und ansonsten ihr Leben völlig selbständig gestalten
ohne gefüttert zu werden, medizinische Versorgung erhalten (was sich
allerdings seit Bestehen des Dog Rescue Center Samui wesentlich
verbessert hat, informieren Sie sich bitte auch auf der Homepage des
Projekts über deren Arbeit!) oder anderweitig in ihrer Entwicklung
„beeinflusst“ zu werden, aber auch das macht den „Beigen“ so
einzigartig und besonders J.
Bärs Markenzeichen ist seine
Art zu Heulen, was er bereits im Welpenalter großartig beherrschte
und noch so manchem seiner Hunde-Kumpels beibrachte – zum Leidwesen
deren Besitzer… |
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Bär lebt nun (im Juli 2004)
seit 4,5 Jahren bei und und wir haben heute schon Angst, dass uns
dieser Hund eines Tages für immer verlassen wird, denn es wird nie
wieder einen geben wie ihn:
Unseren Thai-BÄRen… |
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