| |
|
Mit Lion wurde es lebhaft
im Haus. Wenn ich manchmal nach Hause kam und Lion hatte
umdekoriert, musste ich doch erst mal tief Luft holen. Aber
im Nachhinein kann man sagen, es sah oft wüster aus als es
war; ein paar zerfledderte Papiertaschentücher, ein
Kopfkissen vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer gebracht, ein
paar Schuhe zum Lüften auf die Wiese getragen, einen
Kauknochen in der Topfpflanze vergraben (das geht), in
Zusammenarbeit mit Laica das Loch in der Hundecouch
vergrößert und die Füllung verteilt (sieht aus wie große
Schneebälle) usw. usf. Anfangs zierten auch Abdrücke von
Lions Hundenase unsere Fensterscheiben, da er mir immer
nachsehen musste, wenn ich wegfuhr. |
| |
|
Was mich an Lion besonders
faszinierte war seine Schnelligkeit.
Für einen Podencomix ist das
nichts Ungewöhnliches, aber ich hatte vorher noch keinen
kennen-gelernt.
Auch sein Sozialverhalten anderen
Hunden gegenüber war vorbildlich.
Ich wurde auch öfter gefragt, ob
wir Lion wirklich wieder abgeben, er sei doch so ein toller Hund. |
 |
| |
|
|
Und dann Mitte Mai wurde
es ernst, es hatten sich Interessenten gemeldet.
Ein tierliebes Ehepaar,
die Frau nicht berufstätig und gerne in der Natur unterwegs,
hatten sich, nachdem sich ihr Katzenbestand von drei auf
nunmehr einen Kater reduziert hatte, zu einem Hund
entschlossen. Nach dem ersten kennen lernen
hatte ich ein gutes
Gefühl, dass Lion es bei den Beiden gut haben würde.
Als sie am nächsten Tag
kamen, um ihn abzuholen ging er auch freudig mit. Mir fiel
der Abschied zwar furchtbar schwer, doch für Lion freute
ich mich.
Im neuen Zuhause lief
auch alles sehr gut, Lion hatte schnell viele Hundefreunde
gefunden, sein Frauchen bekochte und verwöhnte ihn – nur mit
dem Kater wollte es nicht so richtig klappen - was
allerdings nicht Lions Schuld war - er hat Lion angefaucht,
wenn der nur ins Zimmer kam. Nachher hat er sich nur noch
unter dem Bett verkrochen und ist extrem unsauber geworden.
Da er mit seinen zehn Jahren immer im Haus gelebt hat und
die Familie in der Stadt wohnt, konnten sie aus ihm auch
keinen Freigänger machen und so haben sie sich schweren
Herzens dazu entschlossen Lion wieder abzugeben. |
| |
|

Im Urlaub mit Lion und Leica in der Provence |
Wir haben Lion wieder bei uns
aufgenommen und drei Wochen später ist er dann zu einem netten
Ehepaar, dessen Hündin im Frühjahr über die Regenbogenbrücke
gegangen ist, nach Pulheim gezogen. Dort ist man auch vollends
begeistert von ihm.
Vor allem sein Frauchen wird von
Lion heiß geliebt und auch beschützt. |
| |
|
|
Wir haben gemerkt, dass
unserer Laica ein zweiter Hund sehr gut getan hat; sie war
viel aktiver und hat Lion auch anfangs sehr vermisst.
So freuten wir uns, als
Frau Grevenstein mir Ende Mai mitteilte, dass Sarah eine
schwarze Schäferhundmixhündin namens Wendy aufgenommen hat,
die seit zwei Wochen herrenlos herumirrte und ob ich diese
in Pflege nehmen wollte. Natürlich wollten wir. Jetzt hieß
es erst mal wieder warten. Sarah wollte die Hunde selbst
ausfahren. Aber der Termin wurde immer wieder verschoben,
mal war eine Pflegestelle in Urlaub, dann sagte eine ab,
dann kam bei Sarah was dazwischen…
Zwischenzeitlich waren
die Testergebnisse von Torsten Naucke eingetroffen, wobei
festgestellt wurde, dass Wendy sowohl Ehrlichiose als auch
Babesiose positiv ist.
Ich wurde über die Art
der Behandlung informiert, mit der bereits in Portugal
begonnen wurde, und wir haben uns dafür entschieden Wendy
trotzdem zu nehmen. |
| |
|
Am 27. August
2005 war es dann endlich soweit, wir konnten Wendy bei Familie
Grevenstein abholen. Sarah war in der Nacht angekommen und die drei
anderen Hunde und Katzen waren schon abgeholt worden, nur Wendy und
Mel waren noch da. Zuerst musste ich raten, welche von den Hunden
denn Wendy war, die vier Hunde von Familie Grevenstein sind auch
alle schwarz. |

Sarah mit Mel |
| |
|
Gar nicht so einfach,
aber ich lag richtig, Wendys Erkennungsmerkmal, ein Steh-
und ein Knickohr haben geholfen. Sie kam auch direkt zu uns,
ließ sich bereitwillig kraulen, hatte gepflegtes, glänzendes
Fell und machte einen ausgeglichenen Eindruck. Das Gleiche
traf auch auf Mel zu, die jedoch mit ihren knapp sechs
Monaten noch wesentlich temperamentvoller war, aber absolut
liebenswert.
Nachdem alle
Informationen ausgetauscht und die Formalitäten erledigt
waren, sind wir mit Wendy nach Hause gefahren. Wir waren
natürlich gespannt, wie sie sich mit Laica vertragen würde.
Wir haben die beiden auf neutralem Terrain zusammengeführt
und sie verstanden sich auch gleich. |
| |
|
 |
Wendy gewöhnte sich schnell ein
und passte sich unserem Tagesablauf problemlos an. Sie bleibt
alleine zu Hause, läuft gut an der Leine und lässt sich auch ohne
Leine gut abrufen. Ein paar Eigenarten hatte sie natürlich auch. So
ging sie anfangs keine Treppe. Es hat zwei Wochen gedauert, bis sie
die Treppe runter gelaufen ist. Außerdem ist sie sehr verfressen und
scheut auch nicht davor zurück, sich den ein oder anderen Happen von
Tisch oder Anrichte zu stibitzen. Anfangs zickte und knurrte sie
Laica an, wenn sie z. B. neben dem Kühlschrank lag und meinte
Nahrungsressourcen verteidigen zu müssen. Wir haben sie dann immer
zurückgerufen; dieses Verhalten hat sie heute ganz abgelegt. |
| |
|
|
|
 |
Da Wendy sich so gut eingelebt
hat und wir mittlerweile einen Zweithund wollten, haben wir uns
ziemlich schnell dazu entschlossen sie zu behalten.
Meine Erfahrungen, die ich als
Pflegestelle gesammelt habe sind durchaus positiv (von den langen
Wartezeiten einmal abgesehen *g*). |
 |
|
|
|
Das Projekt „Sarah“ ist sehr transparent. Wir haben
Sarah persönlich kennen gelernt und sie hat über ihre Arbeitsweise
in Portugal berichtet, sie war bei uns Zuhause und weiß wo ihre
Schützlinge in Pflege hingehen und wenn sie hier in Deutschland ist,
besucht sie auch nach Möglichkeit die vermittelten Hunde, um sich
selbst davon zu überzeugen, dass es den Tieren gut geht. Sie und
ihre Familie setzen sich mit so viel Engagement ein, um für die
Tiere hier in Deutschland ein neues Zuhause zu finden, in Portugal
ist dies sehr schwierig, dass ich froh darüber bin, hierbei als
Pflegestelle mithelfen zu können. |
|