Ehrlichiose

Bei Ehrlichia canis handelt es sich um Einzeller, welche sich in den Plasmazellen des Hundes einnisten (vor allem in den Monozyten). Die Verbreitung erstreckt sich über den ganzen tropischen und subtropischen Raum, einschließlich der Mittelmeerländer. Auch von endemischen Gebieten in Deutschland (Flussniederungen) wird berichtet. Überträger sind verschiedene Zeckenarten: Vor allem Dermacentor reticulatus und seltener die braune Hundezecke Rhipicephalus sanguineus (vergl. Babesiose).

Inkubationszeit:  8-20 Tage. Relativ häufig kommt es zu einer Doppelinfektion mit Babesien

Krankheitsverlauf:  Die akute Phase der Krankheit beginnt 1-3 Wochen nach der Infektion und dauert  2-3 Wochen an. Meist wird sie vom Hundehalter aufgrund des milden Verlaufs übersehen. Es kann allerdings bereits in der akuten Phase zu folgenden Symptomen kommen: Eitriger Nasen- und Augenausfluss, Krampfanfälle und Lähmungen der Hinterhand, Lethargie, Futterverweigerung und Fieber (bis 41°C). Die subklinische Phase beginnt 6-9 Wochen nach der Infektion und kann Monate bis Jahre andauern. Einige Hunde leiden an relativen milden Symptomen, während andere einem heftigen Krankheitsverlauf ausgesetzt sind. Bei ihnen kommt es zu Anämien, Blutungen und Gewichtsverlust. Die Symptome der chronischen Phase zeichnen sich in 50% der Fälle durch Blutungen in den Schleimhäuten und inneren Blutungen aus. Daraus resultieren blasse Schleimhäute und blutiger Stuhl. Seltener wurden auch Erkrankungen der Lymphknoten und Milzschwellungen beschrieben. Zusätzlich können Sekundärinfektionen und Schwellungen im Bauchbereich den Verlauf erschweren.

Diagnose: Durch den Tierarzt!!! Der direkte Nachweis gelingt leider nur selten. Der indirekte Nachweis erfolgt in Form eines Antikörpertiters über einen indirekten Immunfluoreszens-Test. Positive Antikörpertiter lassen sich erst 20 Tage nach Infektion nachweisen. Kreuzreaktionen mit anderen Rickettsienarten sind nicht auszuschließen. Weiterhin kann ein Nachweis über eine PCR (Polymerase-Ketten-Reaktions-Test) sicheren Aufschluss über eine Infektion mit Ehrlichien geben!

Auch das Blutbild in der akuten Phase ist auffällig (nicht-regenerative Anämie, Trombozytopenie mit Leuko- und Monozytose).

Wir lassen unsere Hunde bei dem Verein Parasitus Ex testen und empfehlen dies auch unseren Hundehaltern, wenn sie ihren Schützling nach 6 Monaten Aufenthalt in Deutschland zur Kontrolle nachtesten lassen - bitte informieren Sie sich hierüber weiter, indem Sie auf das nachfolgende Banner klicken:

Therapie:  Doxyzyclin-hyclat ( z. B. RONAXAN)  

Prophylaxe:

Bitte bedenken Sie, dass die so genannten "Mittelmeerkrankheiten" nicht nur bei Hunden aus dem Ausland vorkommen, sondern auch IHR evtl. bereits vorhandener Hund sich UNGESCHÜTZT auf Reisen (oder auch in Deutschland, falls die Krankheit dort bereits Einzug gehalten hat!) infizieren kann - sorgen Sie aus diesem Grund vor!

Ein wirksamer Zeckenschutz durch Parasitenhalsband (z. B. Kiltix, Scalibor) oder Spot-On-Präparaten (z. B. Exspot, Advantix, Frontline – auch als Spray erhältlich) ist in endemischen Gebieten unerlässlich. Zusätzlich sollte der Hund nach jedem Spaziergang sorgfältig abgesucht und Zecken sofort entfernt werden.

Selbstredend stehen wir Ihnen auch nach Übernahme eines Hundes - der positiv getestet wurde oder auch gesund ist und später positiv getestet wird - jederzeit mit Rat und Tat zur Seite!

Weitere Informationen finden Sie, wenn Sie diesen Links folgen:

Sehr empfehlenswert ist auch nachfolgendes Forum, in welchem nicht nur betroffene Hundehalter Rat und Hilfe finden, sondern sich auch Interessierte informieren können (Lesen und Schreiben ist für jeden Besucher im Gästebereich möglich, Zugriff auf den Mitgliederbereich erhält man durch einen kurzen KOSTENLOSEN Registrierungsvorgang)! Das Forum beschränkt sich nicht nur auf Leishmaniose, obwohl der Name etwas "irreführend" diesbezüglich ist!

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