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Gedankenlos als
Welpe angeschafft, war er mit 10 Monaten nur noch lästig und musste
sein Dasein in einem Hausflur fristen. Aufmerksame Nachbarn haben
ihm allerdings eine neue Perspektive geschaffen, denn die
engagierten Nachbarn wollten im September 2006 nicht länger
zusehen, wie er jeden Tag nur bis zum nächsten Baum geführt und
dann wieder in den Flur gesperrt wurde. Die Nachbarn informierten
uns und waren maßgeblich an der Übereignung an uns beteiligt, wofür
wir und sicherlich ganz besonders Sammy, dankbar sind.
Sammy hatte zwar ein paar Verhaltensauffälligkeiten, die wir aber
seiner bisherigen Haltung zuschrieben. Er war seinem Alter
entsprechend lebhaft und seiner Rasse entsprechend intelligent. Er
lernte schnell und in wenigen Wochen hatte er sich gut angepasst und
es machte sehr viel Spaß mit ihm zu arbeiten. Draußen hatten wir
schon gemerkt, dass er mit vielen Situationen nicht klar kam, hatten
aber gehofft, dass sich das mit zunehmender Sicherheit geben würde.
Er brachte aufgrund seiner Haltung natürlich einige Defizite mit.
Er hatte keinerlei Frustrationstoleranz, weil er nie gelernt hatte
wie man sich in einem Haushalt zu benehmen hat. Er hatte eine fürchterliche
Leinenaggression, weil er auch hier nicht gelernt hatte, wie man
sich richtig verhält. Wie auch, wenn man immer nur zum Entleeren
nach draußen kam und sonst nicht beschäftigt wurde. Hunde dieser
Rasse brauchen Aufgaben und möchten nicht in einem Flur vor sich
hin vegetieren.
Wie
wir später feststellen mussten, beschränkten sich die schlechten
Erfahrungen nicht nur auf die Haltung an sich. Sammy zeigte
deutliche Angst vor der Leine und einige Verhaltensweisen die uns
deutlich machten, dass er sicher auch andere schlechte Erfahrungen
mit Menschen gemacht hatte.
Sammy
war aber nach einiger Zeit in der Pflegestelle, Zuhause ein lieber
und anschmiegsamer Hund geworden. Er hatte gelernt, dass Menschen
auch schöne Sachen mit ihm machen und seine Rassezugehörigkeit
machte die Arbeit mit ihm leicht. Leider nahmen mit zunehmendem
Alter die Probleme draußen zu. Wir konnten uns diese Entwicklung
gar nicht erklären, hatte er doch sonst sämtliche Dinge super
schnell gelernt und war zu einem netten Familienmitglied geworden.
Zunehmend wurden Leute attackiert und viele Situationen wurden sehr
stressig mit ihm. Anfangs konnte er super ohne Leine laufen und er hörte
auf jedes Wort, jetzt wurde er unkonzentriert und nahm einen überhaupt
nicht mehr wahr. Auch sein geliebtes Spielzeug war plötzlich
uninteressant. Suchspiele, die er immer sehr gerne gemacht hat,
wurden einfach abgebrochen und ohne sein Leckerchen zu finden
einfach aufgehört. Fremde Leute waren nie seine große
Leidenschaft, aber man konnte ihn eigentlich immer recht gut durch
seinen Gehorsam kontrollieren. Jetzt war er auf fremde Leute so
fixiert, dass er plötzlich wirklich jeden anging. Auch waren
Hundebegegnungen schwierig, die nie ein Problem waren. Zuerst
schrieben wir es der so genannten Rüpelphase zu und dachten, dass
sich das dann auch wieder geben würde.
Nachdem
wir eine Weile trainiert hatten und keine Erfolge verzeichnen
konnten, sondern die Auffälligkeiten eher noch schlimmer wurden,
haben wir die Hilfe eines Hundetrainers in Anspruch genommen. Dieser
konnte im Umgang mit dem Hund keinerlei Fehler entdecken und gab uns
den Rat, dass wir seine Schilddrüse kontrollieren lassen sollten.
Das haben wir getan. Mit dem Ergebnis, dass er eine Unterfunktion
hat, die dieses Verhalten begründet oder eben seine schlechten
Erfahrungen noch verstärkt. Jetzt ist es leider nicht so, dass man
dieses Problem durch Gabe von Thyroxin (Schilddrüsenhormon) einfach
wieder aus der Welt schafft. Wie sich rausstellte ist es sogar sehr
schwierig den richtigen Weg in der Behandlung zu finden. Leider
konnten wir auch von Seiten der Tierärzte nicht viel Unterstützung
erfahren, weil die Problematik nicht überall bekannt ist. Das
Schwierigste ist die richtige Einstellung, wobei viele Faktoren wie
z.B. Ernährung, Infekte etc. eine wichtige Rolle spielen. Durch
Austausch auch mit anderen betroffenen Hundehaltern mussten wir
erkennen, dass sich die Problematik wahrscheinlich nie ganz
austrainieren lässt, weil eine schlechte Einstellung der Werte, die
durch Krankheit etc. verursacht werden kann, immer wieder zu
Verhaltensauffälligkeiten führen kann.
Im
Mai diesen Jahres ist die bereits angespannte Lage dann völlig
eskaliert, indem Sammy, der aus Versehen unbeaufsichtigt aus dem
Haus lief, einen Passanten in die Hand geschnappt hatte. Die Folge:
er bekam Maulkorb- und Leinenpflicht. Durch diese neue Situation
sahen wir uns veranlasst Sammy für einige Wochen in die Obhut eines
Hundetrainers zu geben, der sich speziell um schwierige Hunde kümmert,
da wir sprichwörtlich mit unserem Latein am Ende waren. Auch er
bestätigte, dass Sammy sofort anzumerken sei, wenn sein
Hormon-Level sinkt. Nach vier Wochen intensiven Trainings verbrachte
Sammys Pflegefrauchen noch zwei Tage gemeinsam mit ihm dort, damit
sie in die Trainingsmethoden eingewiesen werden konnte und Sammy
durfte wieder mit nach Hause fahren. Dort war man bereits mit den
Urlaubsvorbereitungen beschäftigt.
Und
schauen Sie selbst

einer wollte
auf jeden Fall mit.
Aus
den vorgenannten Gründen haben, wir uns entschlossen, Sammy als
Dauerpflegehund im Verein zu belassen und in Kürze unsere Seite um
die Problematik der Schilddrüsenkrankheit zu erweitern.
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