Felines Leukämievirus (FeLV)

Die durch das Feline Leukämievirus (FeLV) verursachte Leukose oder Leukämie ist die häufigste schwerwiegende Infektionskrankheit der Katze.

Eine infizierte Katze - sie muss noch nicht sichtbar erkrankt sein - scheidet das Virus unter anderem in großen Mengen über den Speichel oder auch die Tränenflüssigkeit aus. Die Ansteckung gesunder Katzen erfolgt meist direkt von Tier zu Tier, durch gegenseitigem Beschnüffeln und Belecken. Der Erreger kann aber auch indirekt, zum Beispiel bei der Benutzung derselben Ess- und Trinknäpfe oder über Kleidung des Tierbesitzers, die mit einer infizierten Katze in Kontakt gekommen ist, übertragen werden. Der Erreger bleibt außerhalb der Katze nur kurz gefährlich (er wird durch Austrocknen und Wärme inaktiv).

Nach Entfernen oder Tod einer Leukose-Katze ist vor Neuanschaffung eine Wartezeit von 30 Tagen ausreichend. Näpfe, Toiletten, Körbe und Spielzeug sind am sichersten zu ersetzen, als zweitbeste Lösung zu desinfizieren. Geeignete Desinfektionsmitteln haben auf dem Etikett "HIV/HBV-wirksam" stehen. Kunststoff-Böden und Fliesen gründlich reinigen und dann desinfizieren. Teppichböden und Teppiche gründlich saugen. Dann ist nach der 30-Tagefrist die Wohnung als sicher für einen Neuzugang zu bezeichnen.

Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass der FeL-Virus auf andere Tierarten als Katzen übertragbar wäre. Man kann nach derzeitigem Wissensstand eine Gefahr für Menschen, Hunde und andere Tiere ausschließen.

Die Infektion ist ebenfalls von der Mutterkatze auf die ungeborenen oder neugeborenen Kitten möglich.

Inkubationszeit: Monate bis mehrere Jahre

Krankheitsverlauf: Häufige Symptome die auf FeLV zurückgehen, sind Anämie, Gelbsucht, Gewichtsabnahme, Appetitverlust, Durchfall oder Verstopfung, Blut im Stuhl, verdickte Lymphknoten, Atemnot, allgemeine Lustlosigkeit, Vieltrinken, Abort und Resorption von Föten, Unfruchtbarkeit, Geburt von Kümmerern. FeLV kann Abwehrschwäche bewirken, was jede schwere, chronische Infektion Leukose-verdächtig macht.

Bei einigen Leukose-Patienten entstehen Tumore. In diesen Katzen können durch die Tumore Atemprobleme, Magen-Darmentzündungen mit Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Leber- und Nierenerkrankungen, Augentrübung und Nervenkrankheiten ausgelöst werden.

Diagnose: Durch den Tierarzt!!! Es gibt zwei Testverfahren zum Nachweis von FeLV. Der ELISA-Test findet Viruseiweiss im Serum, der IFA weist das Protein in Blutzellen nach. In zwei Stadien einer Leukose ist das Virus im Blut nachweisbar. Der ELISA zeigt schon die primäre Virämie an, bevor das Knochenmark befallen ist. Es ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden, ab das Abwehrsystem der Katze es schaffen wird, den Virus zu elimieren oder nicht. ELISA spricht auch im zweiten Stadium an, wenn der Virus sich im Knochenmark etabliert hat. ELISA kann auch, mit hoher Fehlerquote, auf Tränenflüssigkeit und Speichel angewandt werden.
IFA hingegen spricht nur im zweiten Stadium an, wenn der Körper keine Chance mehr hat, den Virus zu eliminieren. IFA-positiv heißt übersetzt deshalb: "wahrscheinlicher Dauerausscheider".
Ein negatives Testergebnis kann mehreres bedeuten:
1) Nie in Kontakt mit dem Virus gekommen
2) Hat sich erst kurz zuvor angesteckt
3) Hat eine Infektion überwunden
4) Die Blutentnahme fiel in eine Ruhephase der Virusausbreitung

Therapie: Leider gibt es keine Therapie, die zu einer Heilung führt. Bestenfalls gelingt ein Zurückdrängen der Krankheit für eine gewisse Zeit. Bestimmte Chemotherapeutika sind auch bei der Katze anwendbar, die Nebenwirkungen sind wie in der Humanmedizin hochproblematisch. Noch im Versuchsstadium sind Interferone. Auch Virostatika inaktivieren den Virus leider nicht. In einigen tumorösen Fällen sind Kortikoide hilfreich. Natürlich sind die Patienten unter dieser Behandlung doppelt infektionsgefährdet wegen der Immunsuppression durch die Kortikoide.

Prognose: Selbst wenn mehrere Tests positiv waren, heißt das noch nicht, dass die Katze bald sterben muss. Eine ansonsten gesunde Katze kann mit Leukose durchaus noch Monate oder Jahre leben. Die konkrete Lebenserwartung lässt sich natürlich nicht voraussagen. Jedoch scheidet die Katze wahrscheinlich Viren aus und es sind Maßnahmen erforderlich, um die Übertragung auf andere Katzen zu verhindern.

Weiterhin sind Leukose-Patienten wegen der immunsuppressiven Wirkung des Virus krankheitsanfällig und bedürfen sorgfältiger Beobachtung und sofortiger tierärztlicher Hilfe, sollten sich Symptome einer Infektion zeigen.

Ein gewisser Teil erwachsener Katzen, die Kontakt mit dem Virus haben, entwickeln eine natürliche Immunität. In der Regel ist bei diesen Tieren in Blut und Knochenmark kein Virus nachweisbar und sie erreichen ein normales Alter. In einigen Fällen ist der Virus aber nur eingekapselt. Stress, Krankheiten oder Kortisone können zur Virusaktivierung und damit zum Krankheitsausbruch führen. Bitte beachten Sie auch, dass Narkosen, Impfungen und diverse Medikamente ebenfalls Einfluss auf das Immunsystem haben und eine Nutzen-Risiko-Abwägung sehr sorgfältig erfolgen sollte!

Prophylaxe:  Es gibt eine Impfung gegen das Feline Leukose-Virus. Die Leukose-Impfstoffe sind genauso sicher wie andere Impfstoffe der Katze. Natürlich kann jede Impfung zu einer Reaktion führen. Die überwiegende Mehrzahl der Impflinge zeigt keinerlei Symptome; möglich sind jedoch Nebenwirkungen wie allgemeine Mattigkeit für ein oder zwei Tage, lokale Schwellung oder allergischer Durchfall mit Fieber. Im Fall von Fieber oder Durchfall wäre tierärztliche Hilfe nötig.

Die Mehrzahl der geimpften Katzen blockt eine Infektion sofort ab.

Einige der geimpften Tiere werden nach Virus-Kontakt jedoch vorübergehend laborpositiv. Bei diesen Katzen dauert es bis zu 12 Wochen bis die Antikörper den Virus eliminiert haben. Sie sind in dieser Zeit beschwerdefrei.

Eine kleine Minderheit bildet leider keine Antikörper und bleibt somit trotz Impfung ungeschützt. Diese kleine Gruppe der "Impfversager" gibt es grundsätzlich bei jeder Impfung bei Mensch und Tier.

Die Erstimpfung der Jungtiere erfolgt mit 9 Wochen. Mit 12 Wochen ist eine so genannte "Boosterung" erforderlich. Ab dann wird jährlich geimpft (aufgefrischt).

Bitte beachten Sie den folgenden Link im Zusammenhang mit dem Thema "Haustier-Impfungen"! Wir möchten Ihnen anhand verschiedener Informationsquellen die Gelegenheit geben, den richtigen Weg im Umgang mit der Vielzahl an unterschiedlichen Impfungen, die für  unsere Haustiere erhältlich sind, für sich und Ihr Haustier zu finden (klicken Sie auf den folgenden Schriftzug)!

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